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Bürgerhaus

Neues Bürgerhaus mit Verzögerung eröffnet

Mit seinem Türmchen auf dem Dach ist das Bürgerhaus wahrscheinlich das auffälligste im gesamten Landkreis Birkenfeld, auf jeden Fall aber ist es das jüngste: Am 6. Januar wurde der neue Bürgertreffpunkt eröffnet – mit Musik und Chorgesang, Sektempfang und Reden.

1,3 Millionen Euro waren vor Jahren für den Bau veranschlagt worden, und das Bemerkenswerte daran ist: Er ist nicht teurer geworden – trotz Inflationsraten und einiger nicht einkalkulierter Ausgaben. 55 Prozent gab das Land als Zuschuss, den Rest, etwa 600.000 Euro, muss die Gemeinde aufbringen. Bis jetzt seien 1,15 Millionen Euro ausgegeben worden, informierte der Bürgermeister der VG Herrstein, Uwe Weber. Einige Gewerke müssen noch abgerechnet werden, „aber wir sind guter Dinge, dass der geplante Kostenrahmen eingehalten wird.“
Weber hob seinen Parteikollegen, den SPD-Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Noß, hervor, der statt der ursprünglichen Förderquote von 50 Prozent einen Landeszuschuss von 55 Prozent durchgedrückt habe – immerhin 65.000 Euro mehr, die jetzt das Land und nicht die Gemeinde bezahlt.

Kritik an Turm wurde laut
Von Anfang an ging es ums Geld, seit den ersten Planungen und dem Zuschussantrag ans Land: Viele Kempfelder fürchteten, dass die Ortsgemeinde lange benötige, um den Eigenanteil am Bau, die etwa 600.000 Euro, abzubezahlen. Man favorisierte zunächst die Sanierung des alten Dorfgemeinschaftshauses. Dann fragte man sich, warum unbedingt ein Turm aufs Dach gestellt werden müsse und damit das Projekt unnötig teurer werde. Inzwischen ist der Turm längst zu einem Symbol für den Ort geworden und ein Bekenntnis zu einem Wahrzeichen in unmittelbarer Nähe: Er ist stilistisch dem Wildenburgturm nachempfunden, der in Sichtweite zu Kempfeld auf dem Bergrücken steht.
Der Turm auf der Spitze des Dorfgemeinschaftshauses ist ein gutes Stück kleiner als der auf der Wildenburg, aber er hat einen Hahn auf dem Dach. Als man ihn im Dezember 2016 mit einem Kran aufs Dach heben wollte, fand man, dass etwas fehle, berichtete Ortsbürgermeister Horst Albohr: Der alte Kirchturmhahn, der lange Zeit im alten Dorfgemeinschaftshaus gelagert wurde, war ein bisschen ramponiert, Farbe war abgeblättert. Albohr besorgte im Baumarkt Farbe, lackierte den Hahn, dann kam er auf die Spitze. Unter der Hand witzelte Alfred Reicherts, Albohrs Ortsbürgermeisterkollege aus Langweiler: „Gut, dass ein Hahn auf dem Turm steht und kein Huhn, sonst müsste Albohr jeden Morgen die Eier vom Dach holen.“
Reicherts ist immer für solche Scherze gut, aber sie deuten auch an, wie sehr sich sein Kempfelder Kollege für das Bürgerhaus eingesetzt hat. Ortsbeigeordnete Jutta Berzborn und Günter Retzler, der bauausführende Ingenieur, erwähnten, dass Albohr praktisch jeden Tag auf der Baustelle war. „Er hat dort manchen Fehler von Handwerkern verhindern können“, erzählte Berzborn. Nicht verhindern konnte er, dass es im Herbst Probleme mit Handwerkern gab, die die Einweihung um zwei Monate verzögerten. Nachzulesen ist diese Verspätung auf der Titelseite der Festschrift: Dort steht als Eröffnungstermin der 4. November. Das Datum ist überklebt worden, das Heft wurde am Samstag ausgegeben.
Jetzt wurde also gefeiert: Die Jagdhornbläser des Hegerings Kempfeld bliesen, der Posaunenchor Idar spielte, Sänger der Chorgemeinschaft Wildenburg (Kempfeld und Bruchweiler) hatten sich mit dem Gemeinschaftschor aus Mörschied, Wirschweiler und Schauren zusammengetan und sangen Heimatlieder. Und Geschenke sind auch mitgebracht worden oder wurden zumindest angekündigt: VG-Chef Uwe Weber wird ebenso wie der Kreisbeigeordnete Klaus Beck und Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Noß einen Baum spenden, Allenbachs Ortsbürgermeister Siggi Burmann, der für seine Ortsbürgermeisterkollegen in Kempfelds Nachbarschaft sprach, kündigte einen Scheck dieser sechs Ortsgemeinden über 600 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen an.

Patenschaft für Baum oder Pflanze
Bürger können Patenschaften erwerben und Geld für einen Baum, eine Pflanze oder einen Strauch spenden – Formulare lagen bei der Eröffnungsfeier aus. Die Ortsvereine überreichten Geschenke, darunter der Karnevalklub, dessen Spende am Tag der Einweihung bereits im Einsatz war: Beleuchtung und Tonanlage. Die Karnevalsnarren werden auch den ersten Auftritt im Bürgerhaus haben: Am 20. und 27. Januar sind ihre Prunksitzungen. Der Ortsgemeinderat wird erst im Februar erstmals im neuen Bürgerhaus tagen.

Nahe-Zeitung vom 08.01.2018, Bericht: Karl-Heinz Dahmer

 

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